WTF_WeTrustFeminism

Und dann scheint die Sonne in warmem Herbstgold, gepinnt an einen blitzblank gekehrten Himmel, der in barocker Azur-Üppigkeit die Stadt überspannt. Meint: Ich muss raus, schwinge mich auf‘s Rad. KlackKlackKlack… rauf oder runter, auf welchem Kranzl liegt eigentlich mein Schon-Gang? Ohne Schleudern bitte, weil eigentlich sollte ich ja gar nicht.

„Gibt‘s was Neues im Auenland?“ lautet meine Gegenfrage. Political correctness verwende ich situationselastisch, insbesondere in Konfrontation mit untergroßen Macho-Männern. Theorien zum Napoleon-Komplex kenne ich nicht, habe aber ausreichend Praxisjahre in angewandter Feldforschung, um zu wissen, dass „size doesn‘t matter“ nur aus einem Hobbit-Poesiealbum stammen kann.

Ihre Schuhe klackern nicht, sie seufzen über das Pflaster.
Verwirrt schaue ich ein zweites Mal hin und denk mir: "Wie geht das?" Sie trägt doch ganz normale Sneaker… und dann wird mir klar, dass es ihre Körpersprache ist, die mich anschreit, mich bedrückt und mir mehr verrät, als es die junge Frau im Gespräch der letzten Stunden getan hat. Sie ist nun die fünfte Person in den vergangenen sechs Wochen, die mit mir über Trennung, respektive bevorstehende Scheidung reden wollte.

Als ich die Frage nach meinen bevorzugten Freizeit-Beschäftigungen mit Rennrad fahren beantworte, erkundigt sich die recherchierende Person, ob das denn nicht ein entsetzlich schlimmer Macho-Sport wäre. Reflexartig entschlüpft mir ein „Na geh, nein… naaahja ja…, irgendwie schon…“ und „manchmal bin ich selber… schon auch ein bissl so…“. Ich lache verlegen, als ich zu spät merke, welchen Stuss ich grad zsammrede und setze zum verbalen Bremsmanöver mit einem beherzten „aber“ an…