Ausrüstung

Wenn mir etwas „auf den Arsch geht“ und ich denselben Vorgang genau so, also mit diesen Worten benenne, dann spreche ich in 98 Prozent dieser Fälle weder von Radhose noch vom Fahrradsattel. Üblicher Weise wähle ich meine Alltagssprache ja weniger gewöhnlich, obschon ich ausgesuchte Kraftausdrücke gerne in loser Schüttung (frei nach Gunkl) einstreue, etwa wenn es um Akzente-Setzung geht…

Ihr Name ist Erice, meine beste Freundin, die mich verlässlich durch den Alltag begleitet und die Wochenenden mit mir verbringt. Ich liebe das satte Rot ihrer attraktiven Erscheinung in dynamischem Rahmen-Design, akzentuiert durch die Lidstriche der matt-schwarzen Kotflügel. Ja, sie ist wirklich hübsch, obendrein funktionell in allen möglichen Straßenlagen und unmöglichen Situationen, Lebenssituationen.

Liebe auf den ersten Tritt, die nicht nur absolut ungetrübt bleibt auf den vielen, vielen Kilometern, die ich mit ihm abspulen darf, sondern sich zu tiefer Überzeugung festigt: Er ist einfach der perfekte Begleiter, wenn ich flott unterwegs sein will, verhält sich völlig unkompliziert und regelrecht praktisch, ist ausnehmend hübsch und dabei hart im Nehmen.

Die Renaissance meiner Radleidenschaft passierte nicht einfach in jähem Ausbruch, sondern dämmerte zögerlich herauf aus jahrzehntelangem Dornröschenschlaf. Genau genommen bin ich immer noch mittendrin beim munter werden und habe mir nach wie vor kein eigenes Bike geleistet, wartend darauf, dass mich das Richtige ja finden wird; und wenn ich Glück habe, sind's vielleicht auch mehrere, zwecks Karma-Ausgleich.