Die Renaissance meiner Radleidenschaft passierte nicht einfach in jähem Ausbruch, sondern dämmerte zögerlich herauf aus jahrzehntelangem Dornröschenschlaf. Genau genommen bin ich immer noch mittendrin beim munter werden und habe mir nach wie vor kein eigenes Bike geleistet, wartend darauf, dass mich das Richtige ja finden wird; und wenn ich Glück habe, sind's vielleicht auch mehrere, zwecks Karma-Ausgleich.

Lange Zeit konnte ich nämlich aus verschiedenen Gründen überhaupt kein Rad fahren (und mir auch keines leisten), das dem Nimbus „Sportgerät“ entspricht, ich will das nachholen! Und fange damit im Frühsommer 2017 an…

Während ich mich noch bei IG-Fahrrad-Capo Wolfi Leitner für's Leihen bedanke, fällt mir auf dem Weg in den Radkeller ein, dass ich noch nie auf einem Karbon-Renner in die Pedale getreten habe. Wie eine zornige Hornisse steht er da, den Kopf zum Angriff geduckt, mit leuchtendem Gelb auf den schwarzen Flügeln. Meine Finger streichen über die typisch definierten Onda-Schenkel, ich bin begeistert vom Design (das zu beurteilen ich mir anmaße) und von den technischen Raffinessen („Ah ja? Interessant…!“), die ich als übersichtlich angeordnet und, gemessen am missionarischen Eifer im Fachjargon-Redeschwall des Eigentümers, als offenbar sehr auf der Höhe der Zeit wahrnehme. Solange alles funktioniert, denke ich still und sage laut: „Na, schau– Campagnolo…“. Meine Fähigkeit zum sinnerfassenden Lesen einer Markenbezeichnung deutet der gute Mann dahingehend, dass ich doch tatsächlich neben großem Interesse auch ein wenig Ahnung hätte. [Mittlerweile ziehe ich mir diese Ahnung an Hand von Detail-Infos „rein“, lese mit großer Leidenschaft Special-Interest-Magazine, verliere mich in den Tiefen einschlägiger Webseiten und lege mit „aber warum…-Fragen“ die Nervengerüste ausgewählter Fachleute frei, siehe Rabe.]

Ich kann mein erstes Mal mit ihm kaum erwarten. Entsprechend aufgeregt, innerlich kreischend und mit schwitzenden Händen gehe ich's an und schaue, dass ich so rasch als möglich auf die Donauinsel entfliehe.
Die Sonne brennt auf meinen Rücken, ich atme die Hitze mit wohligen Erinnerungen an Süditalien ein und mit einem lachenden „Carina, che cosa voi?“ aus. Hat's mir doch tatsächlich wieder einmal ein Italiener angetan: Mein Herzschlag beschleunigt in Modena-Manier, Begeisterung sprüht Funken aus dem köchelnden Lava-See meiner Leidenschaft für Spannendes, Herausforderndes und – tja – nicht nur mir Teures. Mein erstes Mal mit einem Hochpreis-Karbon-Renner, mit einem Pinarello Dogma… ciao carissimo! Ich genieße das Beschleunigen, fahre mit niedrigem Gang und kurble mich heftig strampelnd ins Schwitzen, schalte nach einigen Kilometern runter, nehme die Hände von den Hörndln, greife entspannter oben-außen und gleite mit zügigem Treten in den späten Vormittag donauabwärts auf der noch spärlich bevölkerten Insel. Mein Blick wandert immer wieder runter zum Rahmen, zum Schriftzug.
Der Typ ist definitiv meiner, dieser Pinarello… obwohl… was für ein Name?! Klingt eigentlich wie eine Persiflage direkt aus Cinecittá, wie der Name einer schusseligen Figur, gespielt vom hochgeschätzten Roberto Benigni. Nicht dass mir die Marke neu wäre – also so von Weiten – aber nun so langsam auf der Zunge zergehen lassen… Piiiiii-naaaaaaa- und dann schnell -rello… klingt eher passend für eine Nudelsorte oder einen Brotaufstrich, meinetwegen auch für eine duftige Rotwein-Cuvée, gefüllte Nussbusserl oder einen unförmigen Kleinwagen. Dimmi! Warum ist mir das noch nicht früher aufgefallen? Rassige Rennräder tauft man doch wirklich weder im Diminutiv noch auf umständlich klingende Gähn-Namen, oder? Ein Unterhosen-Model hat keinen Verkleinerungsnamen auf -i, wie ein Dackel oder Junior Hänschenklein, geschweige denn einen Schaf-Namen – frei nach Otto Waalkes-Zitat Harald, Alfred, Wolfgang… eine knackige Short-Version wie Max oder Tom erscheint mir viel passender zur bella figura.
Allora. Der Logik folgend, nenne ich ihn Gino. Basta!
Und Gino würde sich auch viel besser auf dem Rahmen machen, bin ich überzeugt, wesentlich einprägsameres Branding – ich betrachte den schnittigen Rennrad-Freund und lächle in mich hinein: „Wir sind zwar beide nicht mehr die neuesten Modelle, aber jeder für sich noch gut erhalten, hmmm?“ Und plötzlich schließt sich der Gino-Ideenkreis in meinem Kopf: Genau, frei nach Gino Bartali, nach der unsterblichen Rad-Legende taufe ich das Rad, grad zfleiss heißt es in meinem Kuniversum nimmer Pinarello.

Der unschuldig-infantilen Phonetik zum Trotz ist der Renner nämlich ein wilder Typ, ein ganzer Kerl, der hält, was er verspricht. Ob er auch ein Typ für alle Jahreszeiten ist, kann ich mitten im Hochsommer nicht feststellen, wohl aber den Umstand prüfen, ob er einer für alle Tageszeiten ist. Zeitig am nächsten Morgen biege ich nämlich in die andere Richtung ab und fahre am Gürtelradweg westwärts zum Donaukanal, Richtung Nordsteg, Richtung Korneuburg, um nach Simmering zu kommen. Nicht grad logisch, aber einfach richtig geiles Radvergnügen, wenn morgens um sieben bei der Donauinsel-Umrundung die Welt noch in Ordnung ist und mich kurz vor der Höhe Handelskai ganz entspannt eine Reiher-Familie neugierig mustert, um dann in aller Ruhe ihre Mundspülungen fortzusetzen. Ich bin mitten in Wien, denke ich mir, in einer Großstadt, in einer wirklich lebenswerten – dankbar schau ich über's saubere Wasser, rüber zum erwachenden Zentrum und denke an die grauen Menschen im Büro, denen ich wenig später mit meiner guten Laune auf die Nerven gehen werde. Radfahren macht mich nämlich froh.

Die meisten meiner Radtouren unternehme ich auch der Fitness wegen, in erster Linie fahre ich aber, um zu fahren… weil es einfach gut tut, weil ich es liebe, weil das Radfahren für mich das Beste ist, was ich an der frischen Luft machen kann und will… also gut: Es ist einfach geil, das Rennradfahren, und rundum befreiend einfach so unterwegs zu sein, schnell und schwitzend; und ein bissl weh tun müssen sie auch, meine Muskeln, ich liebe es, mich zu spüren. Radfahren ist für mich purer Genuss, Rennradfahren ist reine Lust. Und ich genieße wirklich, wirklich, wirklich sehr gerne. Radfahren bedeutet für mich heute immer noch – so wie seinerzeit schon als sehr junges Mädchen – Freiheit per se. Und natürlich lebe ich auch meine eskapistischen Tendenzen im Sattel aus, neige dazu „die Dinge wegzufahren“, was freilich nicht immer sonderlich gescheit ist, wohl aber hilfreich – und billiger als Therapie.

So funktioniert es auch an jenem Tag, gleich nach dem Termin beim Zahnarzt, der mir wenig Gutes nach weiterer Abheil-Etappe meiner Unfall-Blessuren mitteilt und mich mit – im wahrsten Sinn des Wortes – teurem Rat entlässt. Wie ich eine Restaurierung je bezahlen soll und ob ich mir das überhaupt so leisten will… die aufsteigende Panik bewältige ich in geübter Manier, indem ich zu mir auf Abstand gehe, quasi aus mir raus und mir selber zuschaue, mein Agieren beobachte und mir so „von außen“ zurede: „Bleib jetzt ganz ruhig… Contenance! Schmeiß die Nerven nicht weg, du brauchst sie noch… du bist der einzige Mensch, den du hast, also reiss dich gfälligst zsamm! Da ist sonst niemand… komm schon, funktioniere, deppert herumsudern bringt gar nix… funktioniere!“ Was ich mir jetzt im Moment ganz sicher nicht leisten kann, das ist Verzweiflung… und schon gar nicht gebe ich dieser vertrauten Angst alle Energie… immerhin habe ich schon ganz andere Herausforderungen gemeistert, zum Beispiel damals als…“
Hektisch durchwühle ich meine Resilienz-Ecke im zugehörigen Hirn-Areal… Scarlett O'Hara! Echt jetzt? Das wirft mein Erinnerungsspeicher aus? Mir fällt doch tatsächlich jene Szene ein, in der sich die kämpferische Südstaaten-Tochter angesichts ihrer Lebens-Scherben im Selbstgespräch antreibt und zum eigenen Cheerleader wird, im Stile von „eins nach dem anderen… morgen ist auch noch ein Tag, um das Problem kümmere ich mich dann…“. Ein Lächeln stiehlt sich in mein Herz, das endlich langsamer wird und aufhört zu rasen, mein Atem galoppiert noch eine kleine Weile ungezügelt dahin, sehr bewusst und lange lasse ich die Luft durch die Nase ausströmen, strecke sie der Sommerbrise entgegen und stelle mir vor, wie meine dunklen Gedanken nun „vom Winde verweht“ ganz luftig werden. Das funktioniert nur teilweise, also Plan B…

B wie Bewegung.
Ich muss meinen inneren Stress rausfahren, schreie den Menschen an, der parallel zum doppelt so breiten Fußweg gemütlich mitten auf dem Radstreifen spaziert. „Blinder Pleampl, bleder!“ entschlüpft mir Alliteration im Dialekt, was das Gesagte nicht höflicher macht, aber mein Treten kraftvoller und so schnaube ich bei Komplementärfarbe zu Dunkelgrün Richtung Urania. Hier ist eine meiner Lieblings-Radweg-Kreuzungen, gerne auch als Anschauungsbeispiel für eine Planungslösung genannt, kreiert von ausgewiesenen Experten, die offenbar mit einer Verkostung Bewusstsein-stimulierender Rauchwaren ihren Bürotag beginnen. Zumindest lautet meine Erklärung so für dieses Ergebnis einer Flaschenhals-Regelung an jener Straßenstelle, wo der Zug der Rad-Pinguine vom Ring kommend die Mini-Verkehrsinsel zur Klaustrophobie-Eisscholle im tobenden Meer der Auto-Schwärme am Kai schrumpfen lässt. Warum? Weil der Ampelübergang zu Praterstraße und Donaukanal asynchron geschaltet ist, ergo Radweg-Stau impliziert. Und wenn dann auch noch ungeübte SautrogRadl-FahrerInnen vor allem mit der Last des Lenkens der sperrigen Ungetüme überfordert sind, FußgängerInnen zu viert nebeneinander, Straßenbahnen queren…

„Ah, ti piace Italia?“ Ein wuscheliger Lockenkopf mit ansehnlichem Restkörper pflügt neben mir ins Menschengewusel und bremst so nahe an mich ran, dass ich ihn riechen kann. Seine Augen ruhen auf meinem Oberschenkel-Radhose-Rand, wandern zum Bike-Rahmen, dann rauf zum Trikot und in mein Gesicht: „Castelli, Pinarello, Santini…?“ Mit wissendem Grinsen denke ich „e La Perla…!“, murmle halblaut „Klischee as Klischee can“ und setze zur passenden Flirt-Antwort in Echtzeit an, die mir eine spitze Frauenstimme gleich wieder vergällt. Sie herrscht den italienischen Feschak, der offenbar auf Gianni hört, an, dass er gefälligst warten und sofort Auskunft über die weitere Strecke geben soll. Mit einem freundlichen „Buona Giornata!“ nicke ich den Ciclisti zu und schon bin ich wieder unterwegs auf wunderbar ruhiger Single-Route.
In der Prater-Hauptallee überkommt mich „ich weiß grad ned wo ich hinfahre, aber dafür bin ich schneller dort“; ich biege auf den Zubringer zur Donaustadtbrücke ein, darauf vertrauend, dass das Aufatmen auf der Insel sich ohnehin als Richtung-weisend entpuppen wird. Und obwohl ich in erster Linie Lust zum abtauchen habe, streben just an diesem Tag für meinen Geschmack allzu Viele den Lobau-Badeplätzen zu. Dann geh ich eben erst am Abend schwimmen, klassischer Fall von „Nothing goes right? Turn left!“ entscheid ich und bewege mich kurzentschlossen in meine bevorzugte Richtung: Gegen den Strom.

Donauaufwärts bis zur Reichsbrücke gilt es die „Transdanuviera“ zu meiden, weil ich keine Lust auf Bremsmanöver in dicken Rauchwolken und Polyester-gekleideten Menschenaufläufen habe. Beides zählt hier in frostfreier Jahreszeit zur Kulisse rund um Balkangrill-Feuer der öffentlichen Holzkohle-Stationen entlang der Radwege zwischen Steinspornbrücke und mindestens bis zur Höhe Handelskai. Hurtig, hurtig will ich aus dem Stadt-Treiben raus, hab keine Lust noch länger auf Zehenspitzen dahin zu trödeln und im Minimal-Tempo mehr zu strampeln als zu radeln – ich will endlich in ambitioniertes Reintreten kommen, Fahrt- und den mir treuen Gegenwind spüren!
Im Westen nichts Neues muss ich stattdessen entnervt beim Passieren der Nußdorfer Gestade feststellen: Frei laufende Kreuzfahrtschiff-Passagiere irren stallblind auf den Radweg, suchen nach Taxi oder Bus und reagieren in jedem Fall träge, wenn ich sie mit universellem „Hej!“ aufschrecke oder einem schrillem „Achtung!“-Klingelersatz anherrsche (ein schwerst konsterniert gebrülltes „hau oh!“ in bestem Wienerisch, lerne ich an diesem Tag, wirkt am oberen Ende der Aufmerksamkeitsschwelle bei asiatisch-stämmigen Menschen, die zwar nicht gleich ausweichen aber wenigstens erstaunt aufschauen… was möglicherweise an der phonetischen Nähe zum chinesischen „Ni hao“ – auf gut Deutsch „Hallo!“ – begründet ist?).

Die Klosterneuburger Radstraße ist nahe und Auto-befreit, bietet großzügig Platz für ein Nebeneinander von Schneckentempo ebenso wie Sport-Geschwindigkeit, es geht also zügig voran, leider nur auf wenigen Kilometern. Gleich drauf schlüpfe ich durch die Essl-Museum-Schikane, ein Autolenker lässt den Motor seiner Blechkarre aufheulen, als er knapp an mir vorbeizieht, zeigt mir den Vogel und schimpft aus halb geöffnetem Seitenfenster raus, weil ich auf „seiner“ Fahrbahn weiterfahre und nicht auf dem Slim-Radstreifen bleibe, den dicke Baumwurzeln abschnittsweise in eine quergestreifte Hindernisbahn light verwandeln. Ich schicke ein Bussi und grinse den Fahrer an, weil ich es – dank Rabe – ja besser weiß: Zu Trainingszwecken darf ich mit einem Rennrad auf der Straße fahren. Eben. Und Training ist, wo ich bin.

Die restlichen Kilometer bis zur Donau-Querung Greifenstein beziehungsweise auf der anderen Uferseite retour bis Korneuburg spule ich sehr konzentriert runter, mit Ehrgeizig auf Tempo halten und vor allem mit Focus auf begeisterte Freude darüber, dieses wundervolle Rad fahren zu dürfen. Obschon… irgendwie komisch spüre ich meinen Nacken, die linke Schulter, Arm, Hand verspannen zunehmend, ich lockere den Griff, schüttle die Finger, rutsche nach vorne, autsch!, wieder auf dem Sattel zurück, greife tief, um gleich darauf wieder die Hände auf den oberen Hörndln zu platzieren, strecke den unteren Rücken, mach einen Katzenbuckel und geh gleich darauf in Wiegetritt, setz mich wieder… und bin verwirrt, weil ich nun jeden Rhythmus verloren habe.
Was ist nur los? Das „wurlerte“ Herumrutschen ist mir schon vertraut, einen Großteil meiner Schulzeit verbrachte ich so, später alle möglichen, festlich getarnten Familienzusammenführungen im Haus der Schwiegereltern, heute nur noch selten in diversen Alltagssituationen, die ich meine, aussitzen zu müssen, Statistik-Vorlesungen etwa oder Interview-Termine beim BFA oder im Verwaltungsgericht. Aber auf dem Rad?
„Entschuldigung! Kann ich dich was fragen?“ tönt es hinter mir. Ich hatte eben noch um ein Haar einen Sturz vermeiden können, beim Bahnübergang-Drüberrumpeln in vollem Tempo… „Nicht schon wieder, verdammt nochmal!“ presse ich entnervt hervor, während in meinem Kopfkino der Film meines Unfalls abläuft, der erst wenige Wochen her ist (mitten in Wien, Fahrbahnschaden, Citybike-Lenker verschlagen, Peng und Zähne, Haut, bissl Fleisch… weg; blood, sweat and tears… das Drama hat mich wieder!). Unmittelbar nach der Kreuzung bleib ich stehen und rutsch ein wenig zitternd zum Sitzen auf die Querstange.
„Ähm, Sorry! Normalerweise ist das ja nicht meine Art…“ Ich schüttle energisch den Kopf und kläre den freundlichen Menschen auf, dass mein Gewaltausdruck sicherlich nicht ihm gegolten hat. Er lächelt und mustert interessiert das Rad zwischen meinen Beinen, begleitet von „aha…“ und „ah! Hmmm…!“ und schließlich gefolgt von der Frage, ob das denn meines wäre. „Leider nicht!“ seufze ich, während er bemerkt, dass ich ganz normale Turnschuhe trage, was meiner Meinung nach nun meinen gefakten Bike-Coolness-Faktor ins Minus rückt, dafür aber reflexartig einen trotzigen so-what?-Blick unter meinen Helm zaubert. Und derweil ich tief durchatme, um mich schon einmal zu wappnen für obergscheites Man's-plaining, das nun wohl unweigerlich folgen würde, meint er nur ganz lapidar und sehr unverbindlich, dass er üblicherweise keine Radfahrerinnen auf dem Radweg einfach so anspricht, aber mir das jetzt sagen muss: „Der ist dir ein bissl zu groß! Ich kenne mich da wirklich aus, ich arbeite in einem Fachgeschäft… wir verkaufen da auch Pinarello-Rennräder, also neue…! Komm doch einfach vorbei und wir machen eine richtige Vermessung, dann findest du auch ein Rad, das zu deinen Körpermaßen passt. Ein 56er ist es definitiv nicht.“
Jetzt bin ich es, die mit einem knappen „ah ja!?“ antwortet, während der Kostenvoranschlag vom Zahnarzt in Erinnerung drängt – seufz, ich brauche wohl eher einen maßgeschneiderten Kontorahmen. Ich schlage nicht den „you can't make it, so fake it!“-Weg ein, sondern gebe frei heraus zu, dass ich mir einen Pinarello Edelrenner wirklich, wirklich, wirklich nicht leisten kann, aktuell auch so genannte „günstige“ Einsteiger-Modelle als persönliche Pflanzerei empfinde. Impulsiv setze ich nach, ob ich denn trotzdem eine Testfahrt machen könne. Er bejaht und fährt davon (der Inhaber des feschen Rad-Tempels allerdings hat bis zum heutigen Tag nicht auf meine Anfrage-Mail geantwortet).